Neuzugänge 2020/2021
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Neuzugänge 2020/2021

Schenkungen und Erwerbungen

Sonderausstellung 3.6. bis 31.10.2022

Seit Gründung der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst im Jahr 2003 hat sich der Bestand kontinuierlich erweitert und weiter entwickelt. Die landkreiseigene Sammlung, die vom Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge verwaltet wird, verfügt mittlerweile über 3.000 Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Zeichnung, Fotografie und Holzgestaltung von mehr als 120 Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Generationen. Auch in den Jahren 2020 und 2021 sind überwiegend durch Schenkungen von Künstlern, deren Nachkommen oder privaten Stiftern wieder zahlreiche Werke hinzugekommen, die nun in einer Sonderausstellung auf Schloss Schlettau präsentiert werden. Darin drückt sich auch ein großes Dankeschön an all jene aus, die mit ihrem Engagement zum weiteren Ausbau der Sammlung beigetragen haben.

Die Neuzugänge des Jahres 2020 waren bereits im vergangenen Jahr in einer Ausstellung zu sehen. Diese konnte aufgrund der pandemiebedingten Schließung aber nur sehr wenig wahrgenommen werden. Deshalb wird nun ein Teil jener Werke noch einmal mit vorgestellt, wobei die Neuzugänge des Jahres 2021 aber im Mittelpunkt der Ausstellung stehen.

Die Ausstellung bietet ein breites Spektrum von klassisch-realistischen Auffassungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen Werken und verdeutlicht erneut, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit der Erzgebirgsregion einerseits auf eine lange Tradition zurückblicken kann, andererseits auch heutige Künstlerinnen und Künstler hier reiche Inspirationsquellen finden.

Neben Werken einiger sogenannter Altmeister der Region wie z.B. Ernst Hecker oder Alfred Hofmann-Stollberg finden sich in der Ausstellung eine ganze Reihe von Künstlern aus Dresden, Chemnitz oder Zwickau. Hierbei zeigt sich, dass das Erzgebirge als Motiv und Thema auch für Künstlerinnen und Künstler von außerhalb äußerst reizvoll ist. Mitunter gibt es persönliche Beziehungen zur Region oder Reisen und Ausflüge bieten Eindrücke und Erlebnisse, die dann künstlerisch umgesetzt werden.

Der aus Dresden stammende Richard Pusch ließ sich nach 1945 in Reinhardtsgrimma im Osterzgebirge nieder. Hier entstanden u.a. stimmungsvolle Landschaftsaquarelle in einem locker-fließenden Stil, mit denen er eine sehr eigenständige Position in der Landschaftskunst einnimmt.

Einen Höhepunkt der Neuzugänge bildet sicherlich das großformatige Gemälde von Priscilla Ann Siebert. Diese in England geborene Künstlerin, lebte seit Anfang der 1950er Jahre in Dresden. Mit ihrem Gemälde "O Arzgebirg, wie bist du schie!" aus dem Jahr 1988 greift sie das damals grassierende Waldsterben auf und mahnt gleichzeitig zu einem sensibleren Umgang mit der Natur auch in unserer Zeit.

Eine kleinformatige Arbeit des Bauhaus-Absolventen Albert Hennig aus Zwickau begeistert durch ihre spezielle winterliche Farbstimmung und die gut beobachtete Szenerie am Rodelhang.

Der vielseitige Chemnitzer Künstler Fritz Schönfelder war v.a. auf dem Gebiet der Assemblage und der Objektkunst tätig. Seine mitunter recht skurrilen Werke sind oft von einem leisen, hintergründigen Humor geprägt. Aus dem Nachlass des 2020 verstorbenen Künstlers gelangten elf Werke per Schenkung in die Sammlung, die sich auf diese originäre Weise dem Thema Erzgebirge zuwenden.

Ebenfalls aus Chemnitz, aber einer jüngeren Generation angehörend, ist der Maler und Zeichner Michael Goller. Seine vier großformatigen Tuschezeichnungen und ein Gemälde bringen neue Perspektiven in das Thema Erzgebirgslandschaft hinein. Er betont die Strukturen und den fließenden Charakter des Landschaftsbildes und zeigt mit fensterartig eingefügten Ausschnitten simultan noch andere Aspekte bzw. Bildschichten auf.

Johannes Borges, zuletzt in Mühlau lebend, hat sich insbesondere der Handzeichnung gewidmet und dabei immer wieder unspektakuläre Bäume, Wald- und Wiesenstücke zum Motiv genommen. Mit sensiblem Strich und sicherem Gespür für reizvolle Landschaftsausschnitte präsentieren seine stillen Zeichnungen typische Szenen, die man z.B. beim Wandern in der Region immer wieder erleben kann.

Die langjährige Kunsterzieherin Christine Richter aus Schlettau hat sich einen ganz eigenen Stil erarbeitet, der v.a. von den Techniken der Collage und der Frottage geprägt ist. Auch mit den verschiedenen Drucktechniken geht sie gern experimentelle Wege. Ein gutes Dutzend Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen übergab sie der Sammlung in Form einer Schenkung.

Die Ausstellung Neuzugänge 2020/2021 vermittelt ein klangreiches Bild älterer und aktueller künstlerischer Sichten auf das Erzgebirge und bietet mit Sicherheit viel Entdeckenswertes für das Publikum aus nah und fern.

Ausgestellte Künstlerinnen und Künstler:

Neuzugänge 2021

Johannes Borges
Uwe Bullmann
Walter Friederici
Robert Paul Geißler
Michael Goller
Ernst Hecker
Albert Hennig
Alfred Hofmann-Stollberg
Ruth Meier
Richard Pusch
Christine Richter
Fritz Schönfelder
Albert Schreier
Albert Schwarz
Priscilla Ann Siebert
Gerd Thielemann
Alfred Tröger
Jutta Walther-Schönherr
Albert Wigand
Walter Zeising

Neuzugänge 2020

Artur Ahnert
Eberhard Göschel
Dirk Hanus
Ernst Hecker
Friedrich Höfer
Georg Höhlig
Michael Knauth
Dietmar Lang
Peter Piek
Rolf Schubert
Jörg Seifert
Hans Weiß-Aue
Angelika Zwarg