Walter Arnold (1920–2006)
1920 geboren in Forchheim (Pockau-Lengefeld)
Lehre zum Dekorationsmaler
1950–1985 Plakatmaler und Leiter der Malerwerkstatt im VEB Motorradwerk Zschopau
1962 Gründung des Malzirkels im VEB Motorradwerk Zschopau
1962–1992 organisatorische Leitung des Malzirkels
2006 gestorben in Zschopau
Als Autodidakt gelangte Walter Arnold zu einer erstaunlichen künstlerischen Reife und bildnerischen Ausdruckskraft. Das ist in den Landschaften, die vor allem dörfliches Leben widerspiegeln, erkennbar. Mit dem Schlagwort „Realismus“ wird heutzutage allzu flott und leichtfertig, manchmal gar diskriminierend umgegangen. Welche Facetten wirklicher Realismus enthalten kann, erweist ein eingehender Blick auf die Arbeiten von Walter Arnold. Er gab sich nicht voreilig damit zufrieden, den Betrachter mit naturalistischen Abbildern abzuspeisen. Sein Realismus hat nichts mit oberflächlicher, äußerlicher Ähnlichkeit zu tun, nichts mit der Addition von Details noch mit schablonenhafter Typisierung im Sinne eines sozial-pathetischen Programms. Seine künstlerische Handschrift insistiert auf sinnlich-anschauliche Wahrhaftigkeit, auf die Erhellung existenzieller Zustände. Das Fragile der Existenz ist von großem Interesse. Davon zeugen vor allem seine künstlerischen Druckgrafiken, die Linolschnitte.
Literatur:
Zschopauer Malzirkel e.V. (Hg.), Einblicke. 40 Jahre Zschopauer Malzirkel (1962–2002), Zschopau 2002, S. 4–6