Elisabeth Ahnert (1885–1966)
1885 geboren in Chemnitz
1908–1912 Studium an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden bei Max Frey und Margarete Junge, anschließend freischaffend in Dresden
1912 Heirat mit dem Künstler Artur Ahnert (1885–1927)
ab 1945 in Ehrenfriedersdorf ansässig
1966 gestorben in Ehrenfriedersdorf
Elisabeth Ahnert wird in der Fachliteratur in eine Reihe mit den bedeutenden Künstlerinnen Paula Modersohn-Becker (1876–1907), Gabriele Münter (1877–1962) und Käthe Kollwitz (1867–1945) gestellt. Erste künstlerische Unterweisungen erhielt sie von der Künstlerin Martha Schrag (1870–1957) in Chemnitz. Die Freundschaft mit Albert Wigand seit 1946 inspirierte sie künstlerisch. Außerdem stand sie mit den Künstlern Hans Jüchser (1894–1977) und Karl Kröner (1887–1972) in enger Verbindung. Sie schuf ein Universum märchenhafter, verwunschener Arbeiten: Zeichnungen, Druckgrafiken, Collagen, Stickereien, Assemblagen. Motive waren Gärten, Parks, Interieurs, Stillleben, Mädchen und Frauen.
Ihren Werken ist eine poetische Bildmagie eigen. Sie wirken still, oft verträumt, immer auf das Wesentliche reduziert. Zu DDR-Zeiten galt sie eher als Außenseiterin, fand auf Ausstellungen allerdings Beachtung und wurde durch den Galeristen Heinrich Kühl (1886–1965) in Dresden gefördert. Elisabeth Ahnert ergab sich der sinnlichen Verstrickung von Mensch, Tier und Pflanze, mit einer guten Beobachtungsgabe, spitzem Pinsel, zeichnerischer Virtuosität und Einfühlungsvermögen. Sie bebilderte die Lust am Leben, die Hoffnung und das immerwährende Träumen, der Schönheit auf der Spur. Es ist keine flüchtige Schönheit, derer man ansichtig wird, sondern es ist eine Schönheit, die von innen heraus leuchtet und mit dem Glauben an eine versöhnende Harmonie in der Welt verbunden ist.
Literatur:
Ahnert, Elisabeth, in: Elisabeth Ahnert, Ausstellungskatalog, Leonhardi Museum Dresden, Erfurt 2007
Fey, Felice: Verschwiegene Kunst. Die internationale Moderne in der DDR, Berlin 2021, S. 86
Hoffmann, Dieter: Trauerweidengepeitscht. Spaziergänge durch die Dresdner Kunst des 20. Jahrhunderts, Dresden 2014
Stoll, Alexander: Inspiration Landschaft. Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst, o. O. 2006
Walther, Sigrid: „Lieber Freund Illig …“. Briefe an den Sammler Willi Illig, Dresden 2020