Will Schestak (1918–2012)
1918 geboren in Mariaschein (heute Bohosudov, OT Krupka (deutsch: Graupen)/Tschechien)
1932–1935 Kunstgewerbeschule in Reichenberg (heute Liberec/Tschechien)
1935–1940 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Prag bei Prof. Heinrich Hönich, Spezialschule für Grafik sowie anschließend Besuch seiner Malklasse
1940–1945 Kriegsdienst
1945 Ausweisung aus der Tschechoslowakischen Republik, Übersiedlung nach Chemnitz
seit 1946 freischaffender Maler und Grafiker in Chemnitz
2012 gestorben in Burgstädt
Will Schestak war eine souveräne Persönlichkeit voller Würde, Demut und Skepsis, Klarsicht und Humor. Sein Werk kennzeichnet eine gute Beobachtungsgabe, Empathie für Farbe und ein sensibles Gespür für die Ausdruckskraft der Linie. Die Vertreibung aus seinem Paradies in Nordböhmen nach dem Zweiten Weltkrieg prägte ihn nachhaltig. „Sachsen ist für mich meine zweite, richtige Heimat geworden“, bekannte er 2004. In Chemnitz nach dem Krieg gestrandet, engagierte er sich mit ganzer Kraft für den kulturellen Neubeginn. Er war mit den Chemnitzer Künstlern Rudi Gruner (1909–1984), Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) und Martha Schrag (1870–1975) bekannt. Später lebte er in Burgstädt. Mit dem Zeichenblock unter dem Arm wanderte er oft durch die nähere Umgebung und zeichnete, was er sah, ihn begeisterte und anregte. Er zeichnete mit schnellem Strich dörfliche Idyllen, immer auf das Wesentliche beschränkt, mit expressiver Kraft. In der Zeichnung blieb er bodenständig und realistisch mit dem Motiv verbunden.
Literatur:
Kunstraum Mittelsachsen. Eine Auswahl, Ausstellungskatalog, Dachboden Schloss Augustusburg, Dresden 2000, S. 56/57
Kunstraum Mittelsachsen. Stadt-Land-Fluss, Ausstellungskatalog, Jacobikirche Döbeln, Dresden 2004, S. 54/55
Kunstraum Mittelsachsen. Das Maß der Dinge oder Maßnehmen, Ausstellungskatalog, Burg Mildenstein, Leisnig, Dresden 2008, S. 52/53
Will Schestak. Malerei, Grafik. Ausstellung zum 80. Geburtstag, Ausstellungskatalog, Chemnitzer Künstlerbund e. V., Chemnitz 1998
Generation im Schatten. Prägende Künstlerinnen und Künstler der 1940er und 1950er Jahre in Chemnitz und seiner umgebenden Region, Ausstellungskatalog, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz, Chemnitz 2018, S. 162-171