Westenburger, Carl-Heinz

Carl-Heinz Westenburger (1924–2008)

1924 geboren in Tannenberg (Sachsen)
1939–1942 Lehre und Meisterschule für Dekorationsmaler in Magdeburg
1942–1945 Soldat im Zweiten Weltkrieg
1951–1957 Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee, u. a. bei Arno Mohr, Bert Heller und Theo Balden, Diplom für Tafelbild und angewandte Kunst
seit 1957 freischaffend in Tannenberg (Sachsen), zahlreiche baugebundene Arbeiten in Chemnitz und im Erzgebirge
2003 Initiator und Mitbegründer der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst
2008 gestorben in Tannenberg (Sachsen)

Westenburger studierte und lehrte in seinen vielen Zirkeln selbst die Grundordnung, das Zusammenwirken und den Ausdrucksgehalt von Farben, zudem das menschliche Farbempfinden sowie die psychologischen Wirkungen von Farben. Sein Lebensthema war die Kulturregion Erzgebirge, die Wahrnehmung all ihrer Facetten und ihre Bewahrung. Sein Schaffen beschränkte sich nicht allein auf angewandte Kunst, Malerei und Grafik, sondern schloss z. B. auch einen Landschaftsgarten ein, den er in 50-jähriger Pflege gestaltete. Sein auf Erhaltung ausgerichtetes Wirken mag auf die Kriegserfahrungen seiner Generation zurückzuführen sein. Seit seiner Rückkehr ins Erzgebirge engagierte er sich intensiv im Naturschutz und in der Denkmalpflege. Neben dem Naturerlebnis war erzgebirgische Volkskunst eine weitere Inspirationsquelle für den Künstler, der umfangreiche Sammlungen an Schnitzkunst oder Posamenten-Musterbüchern zusammentrug und damit vor dem Vergessen bewahrte. Ihn interessierten historische dörfliche Interieurs, wie z. B. eine altertümliche, farbenfroh geschmückte Bauernstube. Westenburger war die künstlerische Erziehung jüngerer Generationen ein Anliegen, und tatsächlich gehören Schüler von damals heute selbst zu anerkannten Künstlern, unter ihnen Werner Franz, Michael Thomas Sachs, Diethard Mey oder Roland Buschmann. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. erhielt er 1989 den Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau (mit Carlfriedrich Claus) und 2001 den Chemnitzer Umweltpreis. Dank einer großzügigen Schenkung aus dem Nachlass verfügt die Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst über einen umfangreichen Bestand an Werken aus allen Schaffensbereichen sowie zahlreiche Archivalien und Dokumente aus dem Leben des Künstlers.

Literatur:
Voigtmann, Joachim: Carl-Heinz Westenburger. Maler, Grafiker, Karl-Marx-Stadt 1984
Neue Sächsische Galerie (Hg.): Carl-Heinz Westenburger. Landschaft eines Lebens, Chemnitz 1995
Westenburger, Carl-Heinz: Sehen lernen – Sonnenhaft das Auge. Ein Malerbuch (Reihe Weiß-Grün; 18), Marienberg 1999
Carl-Heinz Westenburger, Ausstellungskatalog, Galerie Borssenanger, Chemnitz, Chemnitz 2004
Kunstkeller Annaberg e. V. (Hg.): Sternstunden – Begegnungen mit Carl-Heinz Westenburger, Annaberg-Buchholz 2010
Industrielandschaft. Westsächsische Industriegeschichte im Spiegel der Kunst, Ausstellungskatalog, Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge, Zwickau 2017, S. 27, Abb. S. 116/117, 136, 141–144, 154–157
Die gespaltene Generation, Ausstellungskatalog, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz, Chemnitz 2024, S. 121, Abb. S. 122–129

 

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